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Sonntag, 26. Mai 2019

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08.05.2019 09:45 Alter: 18 Tage
Kategorie: Bürgerbrief
Von: Andrea Rauth

Zur Sache - Ihr Bürgermeister informiert


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

in der Karwoche wurden in unserer Gemeinde wieder von vielen fleißigen und begabten Händen bunte und kreative Osterbrunnen und Osterbögen geschmückt. Auch die anstehenden Konfirmationen kündigten sich durch das Schmücken der Kirchen in unseren Dörfern an. Schön, dass es so viele engagierte Helfer*innen gibt, die diese wunderbaren Traditionen aufrechterhalten. Gleichzeitig dürfen wir uns in Dankbarkeit üben, dass wir in einer Region leben, die von  Krisen und Katastrophen verschont ist. Unabhängig von der Konfession oder ob man glaubt, haben die Worte von Papst Franziskus Gewicht, wenn er zur Eröffnung der Karwoche vor Triumphalismus warnt. Sich nicht über die Schwächeren zu erheben, sondern sie wahrzunehmen und mitkommen zu lassen, folgt aus dieser Warnung. Ob in der Diakonie, Nachbarschaftshilfe, in unseren Kirchengemeinden oder in unseren Vereinen. Hier lassen sich der Zusammenhalt und das Mitkommenlassen gut leben.

Europawahl 2019

Auch die Solidarität innerhalb der Europäischen Union garantiert uns weiterhin ein friedliches und auskömmliches Zusammenleben im gegenseitigen Verständnis. Es gilt bei der Europawahl die demokratischen Kräfte zu stärken. Die EU-Gegner, die sich wählen und von der Solidargemeinschaft bezahlen lassen und so ihre Parteien finanzieren, obwohl sie antreten um die EU abzuschaffen, müssen klein gehalten werden. Würden von heute auf morgen die Fördertöpfe der EU versiegen, sähe es düster aus. Aus europäischen Struktur- und Investitionsfonds werden zum Beispiel Dorferneuerungen, Städtebauförderungen, Leader-Projekte, Regionale Entwicklungsprojekte und Agrarfonds finanziert. Schon der (erneut verschobene) Brexit würde die Mittel für die Förderperiode 2020 bis 2026 erheblich schrumpfen lassen. Es besteht ja noch eine kleine Hoffnung das britische Ruder noch herumzureißen.

Objektplanung „Haus für Kinder“ kann starten

Nach der in 2018 erfolgten Bedarfsanerkennung für die Schaffung von 90 Hortplätzen und 25 Kindergarten- und 12 Kinderkrippenplätzen hat der Rohrer Gemeinderat im April die Vergabe der Planungsleistungen für das „Haus für Kinder“ beschlossen.

Betreuungsangebote schaffen Entlastung

Das Haus für Kinder wird mit den 90 Hortplätzen, das bisherige Angebot der Mittagsbetreuung ablösen. Eine Bedarfsumfrage bei den Eltern hatte diese Betreuungsform favorisiert. Das Hortangebot deckt auch weitgehend die Ferienzeiten ab und arbeitet mit ähnlichen Schließzeiten wie der Kindergarten. Die Betriebserlaubnis für das „Haus für Kinder“ erstreckt sich auch über das bedarfsweise Bedienen von zusätzlich 25 Kindergarten- und 12 Krippenplätzen. So kann die Kindertagesstätte in Rohr entlastet werden.

Der Kindergarten in Rohr ist eine der größten Einrichtungen im Landkreis Roth. Mit derzeit vier Kindergartengruppen, einer Waldkindergartengruppe und drei voll ausgelasteten Krippengruppen stößt der Kindergarten zunehmend an seine Grenzen. Nach ausdrücklicher Ab- und Rücksprache mit der Kindergartenleitung und der Kirchengemeinde Rohr sollen auch im Rahmen einer Generalsanierung des Kindergartens in Verbindung mit einem möglichen Erweiterungsbau keine neuen zusätzlichen Gruppen eingerichtet werden. Im zusätzlichen Raumangebot kann aber für Gruppen-, Sozial- und Arbeitsbereiche zusätzlich Platz geschaffen werden. Fazit: Die Gemeinde Rohr versucht kontinuierlich den Betreuungsbedarf von den Kleinsten bis zu den Grundschulkindern, sinnvoll anzupassen. Das erfolgt in enger Abstimmung mit den Kirchengemeinden und den bisherigen Trägern der Betreuungsangebote in Rohr und in Regelsbach. Die Genehmigungs- und Zuwendungsverfahren sowie die gesetzlichen Vorgaben der Fachbehörden erfordern einen hohen Zeitaufwand und eine vorausschauende Projektplanung. Das Haus für Kinder soll – wenn nicht Unvorhersehbares eintritt - in 2021 bezugsfertig sein.

(Ausführlicher Bericht in dieser Ausgabe)

Bürgerinformationsveranstaltung zum „Marktplatz der biologischen Vielfalt“

Der Einladung zur Informationsveranstaltung zum Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ waren über 40 Teilnehmer*innen gefolgt. Erfreulich war die Anwesenheit von Vertretern verschiedener Interessensgruppen, wie Land- und Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Jagdpächter, Obmänner des Bauernverbandes, Gemeinderat, Kindergarten und die Vorstände einer Reihe von Vereinen aus der Gemeinde und natürlich interessierte Bürgerinnen und Bürger. Herr Florian Lang, Projektmanager aus Tännesberg führte durch den Abend und erläuterte das Biodiversitätsprojekt. Die Gemeinde Rohr soll versuchen, eigene Schwerpunkte zu entwickeln, die zu unserer Landschaftsstruktur und zum Lebensumfeld passen. Eine Strategie soll in einem Workshop Mitte Mai erarbeitet werden. 15 Teilnehmer*innen haben sich für die drei Workshops bereits angemeldet. Die Gemeinde Rohr wurde als einzige Kommune aus Mittelfranken ausgewählt. Wie Herr Lang verriet hat die Stadt Schwabach bereits mit Interesse nach dem Projekt in Rohr gefragt. Auch der Landkreis Roth (Ökomodellregion), das Amt für Ländliche Entwicklung und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden im Vorfeld eingeladen und über das Modellprojekt informiert. Unterstützung und Zusammenarbeit wurden bereits zugesagt.

Aktuelle Projekte der Gemeinde, wie Gewässerentwicklung, Starkregenschutz und Waldumbau, sind Bereiche, auf die in Sachen Biodiversität angeknüpft werden kann. Öffentliche Flächen, Straßenbegleitgrün, Ortsentwicklungen im Rahmen der Dorferneuerung und der Städtebauförderung könnten Bereiche der Strategie werden. Im Kontext der derzeitigen öffentlichen Diskussion blieb noch festzustellen, nicht mit dem Finger aufeinander zu zeigen, sondern sich gegenseitig zuzuhören und gemeinsam zum Wohle der nächsten Generationen in diesem Projekt zusammen zu arbeiten. Auf den Hinweis eines Vertreters aus der Landwirtschaft war man sich einig, dass nur Strategien einen Sinn machen, deren Nachhaltigkeit, beispielsweise langfristige Landschaftspflege, auch personell und finanziell dauerhaft gesichert werden können. Man darf also gespannt sein, wie es am 23. Mai im Workshop weitergeht.

Ihr/Euer Felix Fröhlich

Erster Bürgermeister