APRIL APRIL - Pressemitteilung: Technologischer Quantensprung in der Notfallhilfe
Technologischer Quantensprung in der Notfallhilfe
First Responder Rohr stellen mobilen Röntgen-Anhänger in Dienst
Rohr – Die First Responder Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Rohr setzt bundesweit neue Maßstäbe in der präklinischen Notfallmedizin. Durch die feierliche Indienststellung eines hochmodernen, mobilen Röntgen-Anhängers wird die medizinische Erstversorgung im ländlichen Raum auf ein völlig neues Niveau gehoben. Das innovative Fahrzeug ermöglicht es den ehrenamtlichen Rettern, die oft kritische Wartezeit bis zum Eintreffen des Notarztes für eine fundierte radiologische Diagnostik direkt am Einsatzort zu nutzen.
Bisher konzentrierte sich die Arbeit der First Responder primär auf lebensrettende Sofortmaßnahmen und die Stabilisierung der Vitalfunktionen. Mit dem neuen, speziell für den Outdooreinsatz konzipierten Anhänger wird dieses Spektrum nun um die Frakturdiagnostik erweitert. Das Herzstück ist ein volldigitales und mobiles Röntgensystem, das sich durch extrem geringe Strahlenbelastung und sofortige Bildverfügbarkeit auszeichnet. Innerhalb weniger Sekunden können Knochenbrüche visualisiert werden, noch bevor der Patient in den Rettungswagen umgelagert wird.
Kommandant Roland Betsch sieht in der Anschaffung eine strategische Weiterentwicklung: „Wir gewinnen durch diese Technik wertvolle Zeit an der entscheidenden Schnittstelle zwischen Erstversorgung und Klinik. Unser Ziel ist es, die Rettungskette im ländlichen Raum durch modernste Technologie nicht nur zu ergänzen, sondern aktiv zu verbessern. Wir können dem Notarzt bei seinem Eintreffen bereits fertige Befunde übergeben, was die Entscheidung über den optimalen Transportweg massiv beschleunigt.“
Ein solches Projekt erfordert jedoch mehr als nur Technik – es braucht hochqualifiziertes Personal. Das gesamte, 22-köpfige Responderteam hat sich intensiv auf diese neue Aufgabe vorbereitet. In einem spezialisierten Lehrgang im hessischen Marburg ließen sich die Einsatzkräfte umfassend im Strahlenschutz und in der Bedienung der digitalen Röntgensensorik schulen. „Die Ausbildung in Marburg war sehr fordernd, aber essenziell, um die Sicherheit für Patienten und Helfer zu garantieren“, betont Selina Strempel, Leiterin der First Responder. „Die Wartezeit auf den Rettungsdienst ist für Verletzte oft mit Angst verbunden. Durch die mobile Diagnostik geben wir sofort Gewissheit und können die Übergabe wesentlich professioneller gestalten.“
Bemerkenswert ist auch die Realisierung dieses Projekts: Die Finanzierung der kostspieligen High-End-Ausrüstung wurde vollständig durch großzügige Spenden aus der Bevölkerung und der lokalen Wirtschaft sowie durch die Unterstützung des Fördervereins ermöglicht. Es ist ein eindrucksvoller Beleg für den Rückhalt, den die Rohrer Einsatzkräfte in ihrer Gemeinde genießen.
Die Bilder werden über eine gesicherte Datenleitung in Echtzeit an die Kliniken übermittelt, sodass Chirurgen bereits die Operation vorbereiten können, während der Patient noch auf dem Weg ist. Dieses Pilotprojekt unterstreicht die Innovationskraft des Ehrenamts und stellt eine signifikante Investition in die Sicherheit der gesamten Region dar.
Einladung zur Besichtigung
Die offizielle Indienststellung des neuen Röntgen-Anhängers findet heute um 18:00 Uhr am Feuerwehrgerätehaus in Rohr statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Medienvertreter sind herzlich eingeladen, das neue Einsatzmittel aus nächster Nähe zu besichtigen. Das Team der First Responder steht vor Ort für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung.





